Mittwoch, 17. Dezember 2014

Erwin, der blinde Passagier


Irgendwie ist es einer Maus gelungen, sich in unser Auto zu schleichen. Klaus vermutet, sie hat sich mit Gemüse-Einkaufstüten eingeschmuggelt. Jedenfalls hörten wir verdächtige Geräusche und tatsächlich war in unserer Vorrats-Schublade eine Nudeltüte angeknabbert. Also war das große Umräumen angesagt, alle Lebensmittel mussten Mäuse-sicher verstaut werden.

In der Pampa, in der wir noch unterwegs waren, war an den Kauf einer Mausefalle gar nicht zu denken, so lebten wir einige Tage mit dem Nager, den wir inzwischen „Erwin“ getauft hatten. Er tobte ordentlich durch den hinteren Teil des Autos, wir hörten ihn immer wieder huschen, hopsen und rascheln. In Er Rachidia kamen wir leider am Freitag an, da waren viele Läden geschlossen, auch der Eisenwarenhandel, wo wir sicher eine Falle bekommen hätten.

In der Source bleu brachte uns Mouloud, einer der Händler und inzwischen Klaus’ Freund, eine tolle marokkanische Falle, die dann 2 Tage später „Schnapp“ machte und Erwin war erlegt. Tags zuvor hatte das gewitzte Mäuslein noch den Camembert von der Falle geschleckt, ohne sich erwischen zu lassen. Dann aber war Hartkäse und Klaus’ Befestigungstechnik dem Nager doch überlegen.

Für die zahlreichen Katzen auf dem Campingplatz war das ein kulinarischer Abend allererster Kajüte. Bekamen sie zu den Überresten unserer Lammkoteletts auch noch frische Maus.

Ein paar Ruhetage an einem schönen, festen Platz braucht man hie und da, nicht nur, um die ungebetenen Gäste zu entsorgen.

An den Autos musste das Eine oder Andere gerichtet werden, das bei der sehr rumpeligen Piste in Mitleidenschaft gezogen wurde, und das ging nicht ganz so einfach wie gedacht.

Unsere Reisebegleiter sind das erste Mal in Marokko und sie sind natürlich übervoll mit neuen Eindrücken, die einige Zeit zur Verarbeitung brauchen, auch dafür sind ein paar Tage an einem Platz ganz gut.

Und dann ist da Mouloud, ein ganz liebes marokkanisches Schlitzohr, das hier auf dem Campingplatz einen Laden betreibt, ansonsten afrikanische Musik macht und „Klausiklaus“ seit einigen Jahren ganz fest in sein Herz geschlossen hat.

Gleich am ersten Abend waren wir 4 bei ihm daheim zum Essen eingeladen, es gab natürlich eine köstliche marokkanische Tajine. Das ist schon eine feine Sache, ein schöner Platz mit Familienanschluss und einem spannenden Programm. Vor allem für unsere Reisegenossen, die so etwas alleine, auf eigene Faust, sicher nicht erlebt hätten. Denn es gab auch noch einen Ausflug zu der mit Mouloud befreundeten Berber-Familie, die nomadisch inmitten der Wüste lebt. Vollgeladen mit Fleisch (junges Kamel), Brot, Getränken, Obst und Keksen sind wir allesamt mit unserem Auto hingefahren, denn unterwegs musste noch jemand eingesammelt, zurück noch wer mitgenommen werden. Da war mehr Platz vonnöten, als Moulouds Auto zu bieten hätte. Es war ein sehr vergnüglicher Nachmittag mit Futtern, Trommeln, Tanz und Gesang im Nomadenzelt.

So was kann man sicher nicht bei einem Reiseveranstalter buchen und falls doch, ist es nicht das richtige Leben.

 

 

 

 

 


 

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